Wassersport/28.07.2017

Casey Higginbotham: „SUP-Camping könnte der nächste Trend werden“

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SUP, surfen, paddeln oder schwimmen – egal, Casey Higginbotham lebt für den Wassersport. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Ryan Higginbotham hält er einen Weltrekord im Prone Paddling. Beim Prone Paddling kniet der Paddler auf einem Board und paddelt mit den Armen. Im Interview mit ISPO.com erklärt Higginbotham, warum er glaubt, dass Wassersport und gerade Stand Up Paddling in Zukunft noch populärer werden wird.

Auf dem Wasser von Alaska bis Mexiko: Die Higginbotham-Zwillinge.
Auf dem Wasser von Alaska bis Mexiko: Die Higginbotham-Zwillinge.

Im Frühjahr 2016 paddelten Casey und Ryan Higginbotham 3.540 Kilometer von Süd-Alaska entlang der Pazifikküste bis zur kalifornisch-mexikanischen Grenze. Das bedeutete Weltrekord für die längste Strecke im Prone Paddling.

 

 

Die Higginbothams sind Lifeguards, viele der Lifeguards nützen das prone paddling als Trainingsmöglichkeit. Die Boards sind sehr schmal und ähneln SUP Raceboards. Sie paddeln allein mit der Kraft ihrer Arme. „Wir waren auf ein Abenteuer aus und wollten mit unserem Projekt die Aufmerksamkeit auf den Küstenschutz lenken“, sagen die Zwillinge zu ihrem Rekord. Die California State Lifeguards brauchten für die Strecke sieben Monate.

 

ISPO.com: Wenn wir an den Wassersport im Allgemeinen in den vergangenen Jahren denken, dann konnten dank SUP, also Stand Up Paddling, ganz neue Zielgruppen erschlossen werden. Wird diese Entwicklung so weitergehen?

Casey Higginbotham: Ich denke, dass viele Leute SUPs bald als ein „Reisegerät“ nützen könnten, zum Beispiel für Mehrtagestouren an Seen. Zusätzlich wird es mehr Angebote für Kinder geben und mehr Rennen für Kinder.

 

Wassersport auf der ISPO MUNICH

Kanupolo live erleben: Der ISPO Water Sports Pool garantiert Action
Das Brett steil angestellt: Stand-Up-Paddling unter verschärften Bedingungen
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Higginbotham: SUP hat riesiges Potential

Viele Marken und Hersteller haben in letzter Zeit viele Innovationen auf den Markt gebracht, beispielsweise um Einsteiger anzusprechen. Es gibt eine Reihe von inflatable SUP Boards (aufblasbare SUPs) und SUP-Surfbretter, Hybride für SUP und Windsurfen etc. Denken Sie, dieses Potential ist schon ausgeschöpft, oder wird die Hardware noch vielfältiger werden?


Ich denke, es wäre sehr kurzsichtig, zu glauben, dass schon an alles gedacht ist. Es gibt immer neue Ideen für jede Sportart. Vielleicht dauert es noch eine Weile, aber warum sollte das SUP nicht für Physiotherapie genutzt werden oder warum sollte es keine speziellen SUP für Menschen mit Behinderung geben? Für Stand Up Paddles gibt es so viele unterschiedliche Möglichkeiten.


Foiling ist ein ganz anderer Stil

Werden aufblasbare SUPs (inflatable Boards) für SUP und SUP-Surfing normalen Brettern irgendwann den Rang ablaufen? Oder ist das nur etwas für Anfänger und Gelegenheitsnutzer?
Im Freizeitbereich werden wohl die Inflatables der Standard sein, die aufblasbaren Boards sind einfach wesentlich bequemer. Ich denke aber nicht, dass sie diesen Erfolg im Race-/Surfbereich haben werden. Das gilt allerdings nur, wenn man diese mit den heutigen Boards vergleicht.

Sollten die aufblasbaren SUPs irgendwann wirklich mal den Standard der anderen Bretter erreichen, gibt es keinen Grund, warum sie sie nicht verdrängen sollten. 

Hydrofoil ist inzwischen in vielen Wassersportarten ein Thema. (Hier kommt ein Tragflügel unter dem (Wind-)Surfbrett, Kiteboard oder Wakeboard zum Einsatz). Warum kommt das so gut an?
Hydrofoils bieten einen ganz anderen Stil an Wasseraktivität: Du bist außerhalb des Wassers, fährst nicht durch das Wasser hindurch. Zum Beispiel kommen Kiteboarder dadurch mit viel weniger Wind aus. Die Kiter können von Welle zu Welle oberhalb der Wasseroberfläche düsen.

Wenn man einmal verstanden hat, wie sich ein Hydrofoil bewegt, ist das auch noch sehr einfach.

Higginbotham: Wassersport ist für jeden

Wie wichtig ist es, dass bekannte Marken, die nicht aus der Wassersportindustrie kommen, in den Wassersport investieren? Wie sehen Sie die Entwicklung hier?
Ich denke, das ist sehr wichtig. Es ist eine andere Möglichkeit, unseren Markt zu vergrößern. Denn diese Unternehmen können wesentlich mehr Leute erreichen. Wenn bekannte Brands den Sport unterstützen bringt das außerdem für diese Zeit wesentlich mehr Sponsorengeld in die Szene.

Wassersport-Stars und ihre Sponsoren

Mit 24 Jahren zählt John John Florence noch zu den jüngeren Surf-Stars. Sponsorentechnisch muss das aber nichts heißen, wie der US-Amerikaner beweist. Nicht nur Dakine wirbt mit JJF - auch Nike, die Sonnenbrillenmarke Spy, die Sportmodemarke Transit und seine Ausrüster Futures und Pyzel.
"Mr. Surf" Robby Naish ist dagegen schon so lange im Geschäft, dass er sogar schon mit seinen eigenen Brands Geld verdient. Naish Boards nennt er stolz als Hauptsponsor. Der US-Amerikaner ist aber auch auf dem freien Werbemarkt gefragt: Naish hat Verträge mit Red Bull, Quiksilver und Porsche.
Die Logistikfirma Go!, der Sicherheitsdienst Securitas oder die Chemiefirma PCK sind nur drei Sponsoren von Kayak-Olympiasieger Sebastian Brendel. Der Top-Athlet wird unter anderem noch von der AOK und dem Leistungsprogramm der Bundespolizei gefördert.
An Bord des Segelboots trägt Sir Ben Ainslie Funktionskleidung, ansonsten mag er es eher mondän. Davon zeugen seine Premium-Sponsoren. Ainslie ist Markengesicht der Bekleidungsmarke Henry Lloyd, wird von Land Rover und der Luxusuhren-Marke Zenith unterstützt. Royal eben.
Dreifach-Windsurf-Weltmeister Philip Köster gehört der Riege der Extremsportler an, die von Red Bull unterstützt werden. Aber nicht nur: Unter anderem sponsern auch Volkswagen, die Fischmarke Followfish, Dakine und seine Surf-Ausrüster den deutschen Wassersportler.
Der Riesenwellen-Surfer Laird Hamilton ist in den USA ein großer Name im Surf-Sport - auch ohne jede Menge Trophäen im Schrank. Dafür entwickelte Hamilton das Surfen immer noch einen Schritt weiter. Sich selbst baute er zum Selfmade-Sponsor auf: Er ist das Werbegesicht des von ihm entwickelten Golf Board, einem 'Surfbrett für den Golfplatz'. Außerdem wird unter seinem Vornamen Laird Bekleidung, Superfood und eine Workout-Linie vermarktet.
Wenn sich der dreifache Kayak-Weltmeister Dane Jackson das Wildwasser hinabwagt, dann hat er dabei seinen Sponsor Red Bull im Rücken. Aber auch die väterliche Bootsfirma, die ein gesamtes Kayak-Team besitzt, sponsert den US-Amerikaner. Externe Sponsoren hat er übrigens auch: GoPro, Nalgene und verschiedene Kayak-Zubehörfirmen.
Sehr erfolgreich auf Sponsoren-Suche war auch die deutsche Stand-Up-Paddlerin Sonni Hönscheid. Das Logo von Mercedes-Benz auf der Brust, auf dem Paddle ebenso nochmal der Stern und die Lifestyle-Marke Chiemsee. Außerdem im Partner-Portfolio: Waterwear-Brand Bluesmiths, Maui-Jim-Sonnenbrillen und der familieneigene Surfdesign-Store Northshore.
Die Extrem-Stand-Up-Paddler Casey und Ryan Higginbotham haben den Custom-Surfbrett-Hersteller Bark als Hauptpartner. Außerdem werden Zwillinge von Shade (Sonnencreme) und Voltaic Systems (Outdoor-Solaranlagen) gesponsert. Und von Chiropraktiker Dr. Ferrel, der die Jungs im Notfall wieder fit macht.
Mit 24 Jahren zählt John John Florence noch zu den jüngeren Surf-Stars. Sponsorentechnisch muss das aber nichts heißen, wie der US-Amerikaner beweist. Nicht nur Dakine wirbt mit JJF - auch Nike, die Sonnenbrillenmarke Spy, die Sportmodemarke Transit und seine Ausrüster Futures und Pyzel.
"Mr. Surf" Robby Naish ist dagegen schon so lange im Geschäft, dass er sogar schon mit seinen eigenen Brands Geld verdient. Naish Boards nennt er stolz als Hauptsponsor. Der US-Amerikaner ist aber auch auf dem freien Werbemarkt gefragt: Naish hat Verträge mit Red Bull, Quiksilver und Porsche.
Die Logistikfirma Go!, der Sicherheitsdienst Securitas oder die Chemiefirma PCK sind nur drei Sponsoren von Kayak-Olympiasieger Sebastian Brendel. Der Top-Athlet wird unter anderem noch von der AOK und dem Leistungsprogramm der Bundespolizei gefördert.
An Bord des Segelboots trägt Sir Ben Ainslie Funktionskleidung, ansonsten mag er es eher mondän. Davon zeugen seine Premium-Sponsoren. Ainslie ist Markengesicht der Bekleidungsmarke Henry Lloyd, wird von Land Rover und der Luxusuhren-Marke Zenith unterstützt. Royal eben.
Dreifach-Windsurf-Weltmeister Philip Köster gehört der Riege der Extremsportler an, die von Red Bull unterstützt werden. Aber nicht nur: Unter anderem sponsern auch Volkswagen, die Fischmarke Followfish, Dakine und seine Surf-Ausrüster den deutschen Wassersportler.
Der Riesenwellen-Surfer Laird Hamilton ist in den USA ein großer Name im Surf-Sport - auch ohne jede Menge Trophäen im Schrank. Dafür entwickelte Hamilton das Surfen immer noch einen Schritt weiter. Sich selbst baute er zum Selfmade-Sponsor auf: Er ist das Werbegesicht des von ihm entwickelten Golf Board, einem 'Surfbrett für den Golfplatz'. Außerdem wird unter seinem Vornamen Laird Bekleidung, Superfood und eine Workout-Linie vermarktet.
Wenn sich der dreifache Kayak-Weltmeister Dane Jackson das Wildwasser hinabwagt, dann hat er dabei seinen Sponsor Red Bull im Rücken. Aber auch die väterliche Bootsfirma, die ein gesamtes Kayak-Team besitzt, sponsert den US-Amerikaner. Externe Sponsoren hat er übrigens auch: GoPro, Nalgene und verschiedene Kayak-Zubehörfirmen.
Sehr erfolgreich auf Sponsoren-Suche war auch die deutsche Stand-Up-Paddlerin Sonni Hönscheid. Das Logo von Mercedes-Benz auf der Brust, auf dem Paddle ebenso nochmal der Stern und die Lifestyle-Marke Chiemsee. Außerdem im Partner-Portfolio: Waterwear-Brand Bluesmiths, Maui-Jim-Sonnenbrillen und der familieneigene Surfdesign-Store Northshore.
Die Extrem-Stand-Up-Paddler Casey und Ryan Higginbotham haben den Custom-Surfbrett-Hersteller Bark als Hauptpartner. Außerdem werden Zwillinge von Shade (Sonnencreme) und Voltaic Systems (Outdoor-Solaranlagen) gesponsert. Und von Chiropraktiker Dr. Ferrel, der die Jungs im Notfall wieder fit macht.


Als Nike Mitte der 2000er-Jahre ins Surfen investierte, kam so viel Geld in die Surfszene, wie es das professionellen Surfen bisher noch nicht gesehen hatte. Auch wenn diese Marken oftmals sehr schnell wieder aus der Szene verschwinden, steigert das doch die Aufmerksamkeit ungemein. Der Effekt, den das mit sich bringt, ist auch lange Zeit danach noch spürbar. Auch wenn die Brands sich schon lange nicht mehr engagieren.

Robby Naish sagt, der Kunde im Wassersport-Segment ist zur Zeit in einer sehr komfortablen Position. Würden Sie dem zustimmen?
Ja. Die Bandbreite an Ausrüstung war noch nie größer, noch nie wurde solch eine große Zielgruppe angesprochen. Jeder der in der Nähe des Wassers wohnt, kann Wassersport machen. Und das sind rund 50 Prozent der Weltbevölkerung. Für jeden Kunden, vom Anfänger bis zum Experten gibt es alle mögliche Arten an Wassersport und genug Möglichkeiten damit zu spielen, zu experimentieren und am Ball zu bleiben.

Wassersport als Lifestyle

Was wird dann der Trend im Wassersport 2018 werden, was glauben Sie?
Ich denke, dass das Thema Lifestyle groß wird! Es öffnet sich in meinen Augen ein neuer Bereich durch das Thema Lifestyle, mit dem mehr Leute erreicht werden können – Leute die man nicht unbedingt als typische Wassersportler bezeichnen würde.

Natürlich wird es neue Hardware geben. Aber ich denke, dass Lifestyle-Themen zum Beispiel SUP Camping gut funktionieren werden, denn das ist auch ein gutes Thema, welches die Händler aufgreifen können. Das funktioniert, weil Händler neben dem neuen Boarddesign noch ganz andere Sachen promoten können. Sie bieten verschiedenste Arten von Zubehör und Accessoires an, die eben beim SUP Camping gebraucht werden. 

Beim ISPO Water Sports Village sind alle Wassersportarten vereint, obwohl die Sportarten doch sehr verschieden sind. Gibt es etwas, das alle Wassersportler gemeinsam haben und sie auszeichnet?
Das muss die Leidenschaft sein, immer Wasser zu sein. Der Ozean und Wasser ganz allgemein beflügelt und sorgt für Spaß für jeden. Jeder ist so gern im Wasser, ganz egal aus welchem Grund. Wassersport ist nicht nur ein „Enthusiasten“-Sport für die Leute – es ist definitiv ein Lifestyle. 

Video: Die Highlights vom ISPO Water Sports Village




Claudia Klingelhöfer Autor*in: Claudia Klingelhöfer (Chefredakteurin)