Raphael Brinkert, 40, Partner der Jung von Matt AG und Gründungsgeschäftsführer von Jung von Matt/sports und /stars. Derzeit ist er für 75 Mitarbeiter verantwortlich.
Lesen Sie hier: „Mein Sport-Job“, Teil 4: Fünf kurze Fragen an Raphael Brinkert.
ISPO.com: Was machen Sie im Sportbusiness?
Raphael Brinkert: Aktuell bin ich Partner der Jung von Matt AG und Gründer von Jung von Matt/sports, Deutschlands am meisten ausgezeichneter Sportmarketingagentur. Darüber hinaus haben wir mit Jung von Matt/stars Ende letzten Jahres eine Markenberatung für Persönlichkeiten im Sport gegründet.
Raphael Brinkert, Christoph Metzelder und Katja Kraus hatten die Idee zu Jung von Matt/sports
Wie sind Sie dorthin gekommen?
Sport, Kommunikation und Werbung haben mich schon immer interessiert. Nach meinem Studium an der ISM in Dortmund und 15 Jahren Werbung bei Scholz & Friends und Jung von Matt haben Katja Kraus, Christoph Metzelder und ich die Idee für einen Sportableger von Jung von Matt geboren. Adidas und DFB statt Sixt und Zalando, wenn Sie genau fragen.
Was sind die wichtigsten Skills, die Sie für Ihren Job mitbringen?
Wille, Talent, Kreativität, Momentum.
„Sägt an unseren Stühlen! Vermeidet Konzern-Hierarchien!"
Welche drei Dinge würden Sie Einsteigern im Sportbusiness unbedingt empfehlen?
1. Lasst euch generalistisch ausbilden und nutzt das Thema Sport als Vertiefungs-Schwerpunkt oder Zusatz-Studium. So seid ihr breiter aufgestellt und lernt nicht nur von Branchen-Experten, sondern den Besten aller Branchen.
2. Zeigt dem Establishment, dass alles möglich ist. Hinterfragt Entscheidungen, sägt an unseren Stühlen, seid mutig und unbequem und vermeidet Konzern-Hierarchien und Bedenkenträger.
3. Der wohl wichtigste Satz im Credo von Jung von Matt lautet „Wir bleiben unzufrieden.“ Bleibt unzufrieden, gerade nach Erfolgen.
„Sponsoring-Ausgaben bekommen klare KPIs“
Welche Entwicklungs-Chancen sehen Sie im Sportbusiness generell und wie sehen Sie Ihre eigenen in den kommenden Jahren?
1. Der Sport wird professioneller: Wir erleben gerade einen Generations- und Paradigmenwechsel im Sport, der durch die Internationalisierung und Digitalisierung mehr Profis denn je benötigt. Gleichzeitig sehen wir eine Abkehr vom reinen Mäzenatentum, so dass Sponsoring-Ausgaben mehr denn je hinterfragt werden und klare KPIs bekommen. Eine tolle Chance für neue Köpfe und Konzepte.
„Vereine und Verbände entwickeln sich zu Medienhäusern“
2. Der Sport wird schneller: Realtime-Kommunikation, Transfers bis zu den Deadline-Days, aktive statt reaktive Verbands- und Vereinskommunikation, kurzfristige Spielansetzungen und TV-Vergaben – Sportkommunikation und dessen Tagesgeschäft ist nicht mehr langfristig planbar, so dass Vereine und Verbände sich zu eigenen Medienhäusern entwickeln, um ihre Botschaften zu platzieren.
„Chance für Gattungsmarketing und mutige Kommunikation“
3. Der Sport wird fragmentierter: Spitzensport und Breitensport, Fußball auf allen Sendern und Kanälen, neue Sportarten wie eSports, Athleten- und Vereins- sowie Verbandskommunikation, diverse Apps und Social Media-Kanäle. Es wird immer herausfordernder, den Überblick im Sport zu behalten. Eine Chance für Gattungsmarketing, für mutige Kommunikation und profitable Nischen.
Meine eigene Entwicklung wird maßgeblich von meinem Umfeld, vom Austausch mit unseren Kunden und Mitarbeitern geprägt: Ich bin dankbar, dass wir für fantastische Kunden wie adidas, den DFB, DOSB, der ESL oder Hertha BSC arbeiten dürfen und dass wir mit Toan Nguyen, Robert Zitzmann, Holger Hansen und Kreativen wie Denis Raetzel schon heute die nächste Sports- und Stars-Generation im Haus haben.
Freie Stellen im Sport-Business: Hier in der Sport-Jobbörse >>>
„Mein Sport-Job", Teil 1: Felix Loesner, Social-Media-Boss beim FC Bayern ≤≤≤
„Mein Sport-Job", Teil 2: Oliver Brüggen, PR-Chef adidas ≤≤≤
„Mein Sport-Job", Teil 3: Daniel Kramer, bei Facebook für Fußball-Bundesligaklubs zuständig ≤≤≤
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